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Langeoog – erste deutsche Palmeninsel in der Süd(lichen Nord)see
Seit vielen, vielen Jahren ist Langeoog unsere ostfriesische Urlaubsinsel: autofrei, kinder- und familienfreundlich, naturbetont. Hier fällt mit dem ersten Tag die Hektik von uns, alles läuft um einige Stufen langsamer.
Manchmal kommen wir nur für ein verlängertes Wochenende, manchmal für mehrere Wochen, aber einmal im Jahr sind wir „reif für die Insel“.
Irgendwie reizte es uns schon seit langem, einen Teil unseres Bambus- und Palmenhobbys auch in unsere zweite Heimat, die ja mit glänzenden Winterwerten aufwartet, zu übertragen. Schließlich sollte es in diesem Ausnahmesommer
2003 endlich so weit sein – aber wie? Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass die wettergehärteten Fischfänger des Nordens für „so’n exotischen Kram“ ein offenes Ohr haben würden, entschloss ich mich zu einer
„Palmen-Nacht-und-Nebel-Aktion“. An vorher ausgesuchten, kleinklimatisch begünstigten Plätzen der Gemeinde sollten die Palmen gepflanzt werden, in der Hoffnung, dass sie der Inselgärtner nicht für Unkraut halten und
entfernen wĂĽrde. Ich gebe zu, recht subversiv das Vorhaben, aber Exotenfreunde sind ja manchmal selbst etwas exotisch.....
Als sich schließlich der Tag der Tat näherte, wurden die Bedenken meiner Frau immer größer und mit ihrer definitiven Weigerung, Schmiere zu stehen, geriet das Unternehmen in echte Bedrängnis. Mir dämmerte, es blieb nur noch der – eigentlich für
aussichtslos gehaltene – Weg der Legalität: Anfragen stellen, Formulare ausfüllen, Gemeinderatssitzungen abwarten..... wahrscheinlich wären die Palmen längst vertrocknet! Doch es kam ganz anders und einige meiner
Vorurteile wurden korrigiert. Betriebsinspektor Manfred Lau behandelte uns wohlwollend freundlich und stellte eine Entscheidung schon für den nächsten Tag(!!!) in Aussicht. Als wir dann morgens nachfragten, standen
guter Gemeindekompost, Schippen und Wasser bereit und wir durften uns nicht nur die besten Standorte aussuchen, sondern es wurde unserer kleinen Palmenaktion auch noch die pflegende UnterstĂĽtzung durch die Gemeinde
zugesagt. Sogar die regionale Presse hielt die Wandlung Langeoogs zur „Tropeninsel“ in Wort und Bild fest.
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Bürgermeister Manfred Schreiber, Gemeindedirektor Frerich Göken und Betriebsinspektor Manfred Lau äußerten die
Hoffnung, dass Langeoog mit dieser Wandlung auch jenes touristische Zielpublikum ansprechen kann, dass bisher durch
teure und umweltschädigende Flüge in die Karibik und Südsee unserem Planeten erheblichen Schaden zugefügt hat.......
Einfach toll – so wachsen jetzt direkt vor dem Rathaus 2
Trachycarpus fortunei ‚Ticino 700’, die als besonders winterhart gelten und in den Gemeindeparks 3 Trachycarpus-Sämlinge, die von meinen Kölner Elternpalmen stammen. Dazu 2 Sämlinge von
Jubaea chilensis aus meiner vorgehärteten Zucht. Schließlich konnten wir auch noch unseren Vermieter überreden, von jeder Palme Sämlinge auszupflanzen. So wurde unsere Palmenaktion
ein richtig lustiges und erfreuliches Erlebnis. Wir sind gespannt, wie die Palmen den ersten Winter überstehen und freuen uns schon auf den Urlaub im nächsten Jahr auf „unserer Palmeninsel“.
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